Yoga
Yoga - Philosophie
Damit Yoga mehr ist, als reine Körperertüchtigung, ist eine Auseinandersetzung mit den philosophischen Grundlagen unerlässlich. Da Yoga ursprünglich aus Indien stammt, liegen die Wurzeln der Yoga-Philosophie im Hinduismus und Buddhismus.
Der wichtigste Quelltext des Yoga ist das Yoga-Sutra des Patanjali. Desweiteren geben in der Bhagavad- Gita die Kapitelüberschriften jeweils eine besondere Form des Yoga an, z.B. Karma-Yoga oder Jnana- Yoga usw. Sie vermittelt dem praktizierenden Yogi für das Verständnis des Yoga wichtige philosophisch- religiöse Erkenntnisse. Unter anderem enthält sie ethische Unterweisungen, die z.B. die Yamas und Niyamas verdeutlichen. In dem Text geht es u.a. um Karma (Ursache und Wirkung), Reinkarnation, Meditation, Selbstverwirklichung Gotteserkenntnis und glaubensvolle Gottesliebe. Es gibt auch viele bildhafte Beispiele (die Verwandten, die Arjuna bekämpfen soll, als Sinnbild für die Kleshas, von denen sich der Yogi reinigen will). Darüber hinaus enthält die Bhagavad-Gita klare und direkte Anweisungen für den Yogi.
Das 6. Kapitel, in dem es um die Versenkung (Dhyana) geht. In Vers 8 heißt es:
yogi yunjita satatam atmanam rahasi sthitah ekaki yatachittama nirashir aparigraha. Der Yogi soll beständig sich mühen in der Einsamkeit Allein, bezähmend Sinn und Selbst, nichts hoffend, ohne Besitz.
Vers 11 dieses Kapitels enthält dann direkte Anweisungen für die Sitzhaltung und sogar die passende Sitzunterlage. In Vers 12 heißt es:
Den Geist auf einen Punkt gerichtet, zügelnd Denken, Sinne und Tun sich setzend auf den Sitz übe er Andacht zur Reinigung seiner selbst. Vers 13: Gleichmäßig Körper, Nacken, Haupt unbewegt haltend bleib er fest Schauend auf seine Nasenspitze, nicht blick er hier und dorthin aus. In Vers 33/34 gibt Arjuna dann zu bedenken, dass der Geist ungefähr so schwer zu zügeln sei, wie der Wind, und Krishna antwortet ihm, dass man den Geist durch Anstrengung und Entsagung zwingen kann. Arjuna fragt, was denn mit jenen sei, die sich nicht zähmen können, aber gläubig sind, ob die denn auf immer verloren seien. Krishna tröstet ihn mit dem Hinweis auf die Reinkarnation, die dem Menschen weitere Chancen gebe, Samadhi zu erreichen.
|