Massagen Anleitung Hände
Wohltuende Energie bis in die Fingerspitzen
Hände können zärtlich streicheln und liebkosen, sie können helfen und heilen, aber auch hart
zupacken. Mit den Werkzeugen aller Werkzeuge – so bezeichnet von dem griechischen
Philosophen Aristoteles – sind uns alle Möglichkeiten gegeben, uns selbst zu verwirklichen, unsere
Wünsche und Träume in die Tat umzusetzen. Kaum ein zwischenmenschliches Ritual, bei dem wir
nicht unsere Hände einsetzen und gebrauchen: zur Begrüßung, zum Händchenhalten, zum
Erforschen eines Körpers und seiner Konturen, zum Signalisieren von Freude und Sympathie dem
anderen gegenüber, zum Übermitteln von Botschaften.
Auf das Fingerspitzengefühl kommt es an
Gesteuert werden die Hände von der Kommandozentrale Gehirn: Tausende von Tastkörperchen,
zahlreiche Knochen, gelenkige Verbindungen und Muskeln verhelfen den Händen zu ihrer
Sensitivität und Fingerfertigkeit und machen aus ihnen ein Multitalent. Auch und gerade bei der
Partnermassage…
Hände sind sehr sensibel und empfänglich
So gilt für die Hände in weitaus größerem Maße, was schon für die Arme galt: Sie sind nicht irgendein „Anhängsel“, mit dem man achtlos oder gar lieblos umgehen sollte. Sie sind als „Empfänger“ selbst
für die sensibelsten Botschaften überaus empfänglich und allzeit bereit.
Obwohl die Haut der Hände meist trocken bis sehr trocken ist, brauchen Sie nur wenig Massagecreme
oder Öl.
Bei der Massage knien oder stehen Sie neben Ihrer Partnerin, ihre Arme und damit auch die Hände
liegen ganz locker neben ihrem Körper. Nehmen Sie eine Hand – die Reihenfolge ist beliebig und liegt
ganz bei Ihnen – und beginnen Sie mit der Massage des Handrückens. Halten Sie mit Ihrer linken
oder rechten Hand die Hand Ihrer Partnerin mit der Innenseite nach unten und fahren Sie mit der rechten
Hand ganz zart entlang der Sehnen, die auf dem Handrücken verlaufen, und massieren Sie sie
so. (Siehe Bild oben).
Stellen Sie sich die Sehnen als Berge und die dazwischen liegenden tiefer gelegenen Stellen als Täler
vor. Durchfahren Sie mit den Daumenspitzen ein „Tal“ nach dem anderen. Je zarter die Berührung
durchgeführt wird, desto größer ist die positive Reaktion des „Nehmenden“. Sollte sie zum ersten Mal
in den Genuss einer Partnermassage kommen, wird sie es vielleicht gar nicht fassen können, welche
Wonneschauer diese „harmlose“ Streichbewegung über den Rücken jagen kann. Drücken Sie dann die jeweils am Ende eines „Tales“ liegenden Häutchen zwischen den Fingern. Mit
diesem Druck stimulieren Sie den Lymphfluss ganz besonders.
Durch den richtigen, sekundenlang gehaltenen Druck können so vorhandene Energie-„Blockaden“ aufgelöst werden, neue Vitalität durchflutet den ganzen Körper.
Energiestrom in Schwung
Als Nächstes bringt das Kreisen mit
den Daumenkuppen auf dem
Handrücken Ihre Partnerin eine
Portion Extragenuss. Beginnen Sie
zunächst mit kleinen Kreisen und
sanftem Druck in der Mitte des
Handrückens. Lassen Sie die Kreise
langsam größer werden – bis über
das Handgelenk hinaus – und verstärken
Sie allmählich den Druck.
Sie werden erstaunt sein, wie
geschmeidig und elastisch die vielen
winzigen Knöchelchen reagieren, die
Sie dabei berühren. Dies gilt auch für
das Kreisen mit den Handgelenken.
Umgreifen Sie mit der einen Hand
den Arm Ihrer Partnerin oberhalb
des Handgelenks und bringen Sie
mit der anderen Hand seine Hand
zum „Rotieren“ (siehe Bild). Fünfmal
rechts- und fünfmal linksherum.
Dies ist besonders für Berufstätige,
die viel – und meist in verkrampfter
Haltung – schreiben, eine Wohltat.
Drehen Sie jetzt die Hand Ihrer Partnerin nach außen, sodass Sie die Innenfläche vor sich haben.
Kneten Sie mit kräftigen Druckbewegungen Ihrer Daumenkuppe die Handfläche durch bis hin zum
Ansatz der Finger und bis hoch zum Handgelenk. Anschließend lassen Sie Ihre Daumenkuppen
wieder kreisen, wobei der Druck bei der Handinnenfläche zarter ausfallen sollte als beim
Handrücken.
Genuss Finger für Finger
Streichen Sie zart entlang der Fingerinnenseiten von den „Häutchen“ zwischen den einzelnen
Fingern bis zur Fingerspitze und wieder zurück. Dies lässt sich am besten mit Daumen und Zeigeoder
Mittelfinger durchführen, da Sie damit auch genügend Behutsamkeit und das Empfinden für
Druckstärke wahrnehmen können.
Die beiden Partner finden selbst heraus, was ihnen jeweils gut tut und am meisten Spaß macht. Das
Kneten jedes einzelnen Fingers kann aus verschiedenen Einzelgriffen bestehen: Drücken, Pressen,
Reiben und Kreisen mit Ihren Fingern.
Anschließend ist die Hand sehr
ansprechbar für ein Dehnen und
Drücken nach außen und innen um
das Handgelenk (siehe Bild).
Nach all der Vorarbeit dürfen Sie das
Handgelenk Ihrer Partnerin jetzt
ruhig etwas kräftiger „durchbiegen“;
sie wird es keinesfalls als schmerzhaft
empfinden. Von dieser Lockerungsübung
profitieren auch die
Unterarmmuskeln, die – je nach
Berufstätigkeit und Stressanfälligkeit – unterschiedlich verkrampft sein
können.
Zu den besonders wohltuenden
Entspannungsgriffen der Handmassage
gehört das Kneten der einzelnen
Finger.
Beginnen Sie mit dem Daumen oder
mit dem kleinen Finger. Wie bei allen
anderen Massagegriffen in der
Partnermassage gilt auch hier: es
gelten keine starren Vorschriften und
auch keine fest vorgeschriebene
Reihenfolge.
Eine Hand verwöhnt die andere
Nicht oft wird den Fingern, die doch eine so zentrale Rolle in unserem Leben spielen, so viel
Aufmerksamkeit geschenkt. Sie werden es an der Reaktion Ihrer Partnerin merken, wie gut diese
Streicheleinheiten ankommen.
Abschluss einer wohltuenden Handmassage sollten immer das „Stretchen“ und das „Auszupfen“ der
Finger sein. Nehmen Sie jeden einzelnen Finger zwischen Daumen und Mittel- oder Zeigefinger und
ziehen Sie behutsam daran, bis Sie Widerstand spüren. Streichen Sie dann wieder zart zurück bis
zum Ansatz der nächsten Finger. Ruhige, fließende Bewegungen werden von Ihrem Gegenüber
jetzt als besonders angenehm empfunden.
Wenn Sie alle Finger und den Daumen gedehnt haben, legen Sie Ihre warme Handfläche für einen
Moment lang auf den Handrücken Ihrer Partnerin (siehe Bild). Lassen Sie die zärtlichen Gefühle, die
Sie gerade für sie empfinden, von Ihrer Handfläche auf ihre Hand überströmen, bevor Sie mit der
anderen Hand beginnen.
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